Schneeschuh-Wanderung über die Schachten im Bayerischen Wald

Beschreibung meiner Schachtentour am 26.01.2012 auf Schneeschuhen.

Schachtenwanderung auf Schneeschuhen

Tourenziele: Lindberger Schachten, Hirschbachschwelle, Zwieselter Filz, Kohlschachten, Latschensee und Hochschachten.

Streckenlänge: ca. 14,5 km;

Höhenunterschied: ca. 550 m

Geplanter Zeitaufwand aus Erfahrung: ca. 8 Stunden incl. Fotografieren, Brotzeit und genießen.

Verpflegung: Grüntee und zwei Semmeln mit Hirschsalami

Grund: Abenteuer, Ruhe, Stille, Reinheit, Einsamkeit, Fotografieren, körperliche Beanspruchung.


Passende Ausrüstung: Kleidung beachten

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Equipment:

  • Kameras: Nikon Coolpix 100; Nikon F4s
  • Schneeschuhe: TUBBS Mountainer/25
  • Skistöcke: Abfahrtstöcke, da Langlaufstöcke zu lang und zu instabil sind.
  • Wanderkarte: Fritsch Nationalpark (120)
  • Schneebrille:CEBE 495
  • Stirnlampe: Petzl
  • Handy: Bergrettung

Los geht's

Schachtenwanderung auf Schneeschuhen

Wetter Info für den 26.01: Sonnenscheindauer 6,5 Stunden, -4°C am Mittag, geringer Ostwind

Beginn um 09 Uhr 15 in Buchenau; Temperatur -8°C; geringe Neuschneeauflage; Sonne

Es ging bis zur Diensthütte ca. 4 km bergauf, dabei mussten 420 Höhenmeter überwunden werden.

Der anfangs etwas langweilige Aufstieg bis zum Beginn des Lindberger Schachten wird belohnt, wenn sich die Bäume nach dem Verlassen des Hohlwegs lichten und der Blick auf den Schachten frei wird.

Viel Schnee...

Schachtenwanderung auf Schneeschuhen

Beim Aufstieg wurde schon deutlich, dass in diesem Winter auch für diesen Bereich des Bayerischen Waldes außergewöhnlich viel Schnee gefallen war, was sich nicht nur an der Wanderwege Beschilderung, sondern auch auf dem Dach der Diensthütte wieder zeigte.

 

Die willkommene kurze Rast an der Diensthütte wurde für ein paar Schluck Tee genutzt, um den Flüssigkeitsverlust etwas auszugleichen.

Danach ging es ca.70m Höhenmeter auf dem Schachten bergab und dann links in die Gruft.

Nach Erreichen des alten Schmugglerpfades, der durch die Gruft führt, zeigte sich wie in anderen Jahren, wie wichtig gerade dort die Wegbeschilderung ist.

Eiskalter Schmuggler-Pfad unter Meter tiefem Schnee

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Weiße Wand ...

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Der schmale Bergpfad wirkt bei diesen Schneemengen (Hangstaulage) durch die tief verschneiten überhängenden Äste wie eine undurchdringliche Wand.


... verschneiter Wald

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Schneewehen an der Hirschbachschwelle

Einige Hundert Meter vor der Hirschbachschwelle waren Schneewehen von bisher ungesehenen Ausmaßen zu bestaunen.

Die Hirschbachschwelle lag unter einer mehreren Meter dicken Schneeschicht verborgen, nur ein kleiner Teil war unbedeckt und es schimmerte eine kleine vereiste Wasserfläche hervor.

In der warmen Jahreszeit ist die Hirschbachschwelle ein beliebter Rastplatz.

 

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Der Weg durch den Schnee...

Schachtenwanderung auf Schneeschuhen

Der Weitermarsch Richtung Zwieselter- Filz erforderte viel Aufmerksamkeit da nur anfangs, die Wegzeichen nicht unter der weißen Pracht verborgen lagen.

Was in der warmen Jahreszeit mit seinen Latschenkiefern, Wollgras, Heidelbeeren, Rauschbeeren, Moosbeere, Sonnentau, verschiedenen Täublingsarten einer der schönsten Flecken in den Hochlagen des Bayerisch Böhmischen Grenzgebirges ist, war jetzt unter einer Meter dicken Schneeschicht verborgen. Die Moordolinen konnte man nur an kleinen Vertiefungen erahnen.

... bis zur Spur des Wolfes

Schachtenwanderung auf Schneeschuhen

Wagemutig verließ ich den Zwieselter Filz, ohne genau zu wissen, wo exakt der tief im Schnee verborgene Holzbohlen-Pfad aus Douglasie in Richtung Kohlschachten verläuft.

Prompt bewegte ich mich ca. eine ¾ Stunde in für mich unbekanntem Terrain. Unter Zuhilfenahme des Sonnenstandes und Berücksichtigung des links und rechts leicht abfallenden Geländes stimmte die Richtung, aber eben nur diese...

... mit dem Ergebnis, dass ich leider den Kohlschachten verfehlt hatte und zu allem Übel auch noch am Latschensee vorbei gelatscht war.

Auch war die Konzentration, um wieder auf den richtigen Pfad zu kommen, nicht förderlich, um die doch vorhandenen Naturschönheiten bewusst aufzunehmen.

Erster Lichtblick und Freude war der Wolf

Ich hätte ihm gerne meine (immer noch vorhandenen) mit Hirschsalami belegten Semmeln angeboten, aber es war nur das Wegzeichen Wolf.

Aus der Ferne grüßt der Große Arber

Nun war mir sofort klar, dass ich den Kohlschachten und den Latschensee zu weit rechts passiert hatte.

Alles war schnell vergessen, nachdem ich mitten auf dem Hochschachten stand und die bizarr aus dem Schnee ragenden alten Schachtenbäume bewundern und fotografieren konnte - beobachtet nur vom Großen Arber, der in der Ferne schwach zu sehen war.

 

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Die Semmeln für den hungrigen Wolf

Nach einem wehmütigen letzten Blick in Richtung Hochschachten ging es zur Hochschachten Schutzhütte. Dort wurde der Teevorrat verringert und die vom Wolf nicht benötigten Semmeln vernichtet.

Den Rückweg über den Trinkwasserspeicher habe ich ignoriert und bin den häufig von mir begangenen Weg direkt Richtung Buchenau gegangen.

Highlight auf dem Rückweg war die Schutzhütte mit einer Schneeauflage von ca. 2 Metern, was wiederum den Begriff Schutzhütte bei solchen Schneeverhältnissen in Frage stellt und mich zum Schmunzeln einlud.

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Rückweg

Der alte Rückweg (grünes Dreieck) wird aus Naturschutzgründen (Nationalparkverordnung) nicht mehr begangen, somit fiel die Abkürzung über den Hirschbach flach.

Es gibt aber vor der Abzweigung (Forststraße) nach Buchenau den alten Bayerweg, den ich zur Abkürzung benutzte.

Ps. Wer suchet, der findet... - ...vielleicht?

Gegen 15 Uhr 15 war ich wieder bei meinem Schnauferl (Opel Agila) angekommen.

 

Tipp: Ohne gute Ortskenntnisse, gute Ausrüstung und Kondition sollte diese Schneeschuhwanderung bei solchen Schneebedingungen* nicht durchgeführt werden.

*Gemeint sind die im Schnee verborgenen Wegzeichen.

Vorsicht: Die Schneemengen in den Hochlagen sind nicht vergleichbar mit den in denen Tallagen.

Zum Vergleich:

In Zwiesel lagen am 26.01. ca. 30 cm, in Rabenstein ca. 70 cm und auf den Schachten ca. 2 Meter Schnee.

Die Schneebedingungen waren für das Schneeschuhlaufen hervorragend, lediglich in der Gruft war ein erhöhter Kraftaufwand durch die Hanglage notwendig.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass ich mich als Oldi, natürlich schwerer tue als jüngere Schneeschuhwanderer.

Fazit:

Diese Wanderung hat mich tief beeindruckt und ich bin dankbar, dass ich das erleben durfte.

Großes Glück hatte ich mit den Schneeverhältnissen (kein Nassschnee), dem guten Licht und den Wolkenstimmungen.

Unglaublich war mein herausragendes Wohlbefinden am nächsten Tag, was sicherlich mit der über mehrere Stunden anhaltenden tiefen Atmung (Nasenatmung) von sehr reiner Luft zusammen hängen dürfte.

Der Mensch:

Während des letzten Aufstieg (Rückweg) habe ich gedacht, das tue ich mir aber sicher nicht mehr an. Beim Schreiben dieser Zeilen hat sich dieses Denken aber total gewandelt.

Da meine Digital-Kamera für gute Gegenlicht-Aufnahmen ungeeignet ist, habe ich vorsorglich meine große Nikon (analog) mitgenommen, ich war aber einfach zu bequem, diese zu benützen.

Hätte ich beim Verlaufen meine Wanderkarte zu Rate gezogen, wäre ich innerlich ruhiger, aber sicher mit weniger Abenteuer unterwegs gewesen.

Die eindrucksvollsten Naturerlebnisse hatte ich bisher beim Schneeschuhlaufen, egal ob in Tallagen, Hochlagen oder am Großen Arber.

Neues zusätzliches Equipement könnte ein GPS Gerät sein, aber wie sag ich's bloß meiner Frau?

Tschüß bis bald

Lothar