



Jahrhundertelang hatte der Mensch die Großkatze gnadenlos verfolgt. Er fürchtete und tötete sie wegen ihrer vermeintlichen Gefährlichkeit - obwohl es keinen belegten Fall dafür gibt, dass ein Luchs jemals einen Menschen angegriffen hätte.
Die Leibspeise des Luchses ist das Rehwild, nicht der Mensch.
Die gefleckte Großkatze mit den markanten Pinselohren und dem charakteristischen Stummelschwanz galt seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in unseren Wäldern als ausgestorben.
Bei Zwiesel wurde 1846 noch ein Luchs erschossen.
Nach Wiederansiedlungen im Böhmerwald (1981-1987) und im Bayerischen Wald (1972-1974) ist der Luchs in das ehemals verlorene Terrain beiderseits der Staatsgrenze zurückgekehrt und lebt mit einer sich stabilisierenden Anzahl von Tieren wieder im "Tierisch Wilden" grünen Dach von Mitteleuropa.
Obwohl das Bild vom Luchs in der Bevölkerung heutzutage meist positiv ist, birgt seine Rückkehr auch Konfliktstoff. Der Luchs benötigt große Streifgebiete, der Kuder - so nennt man das Männchen - bis 450 km², und wird wegen seiner Vorliebe für Rehe oft als Konkurrent der Jägerschaft betrachtet.
Meine Meinung:
Wenn die Menschheit endlich begreift, dass sie nur ein Teil der Natur ist und nicht über ihr steht, geht es der Natur und somit zwangsläufig auch der Menschheit viel besser.
Auf der Webseite des Nationalparks ist unter www.luchserleben.de viel Interessantes über den Luchs und seine Aktivitäten im Nationalpark Bayerischer Wald und Nationalpark Böhmerwald zu erfahren.
Im Nationalpark-Besucherzentrum "Haus zur Wildnis" und dem dortigen Tierfreigelände sind Luchse, Wölfe, Wildpferde und Auerochsen zu beobachten.
Mancher Hobbyfotograf, aber auch Foto-Profi hat dort schon tolle Tierbilder geschossen.
Mehr Information auf der Website des Besucherzentrum "Haus zur Wildnis"
Obwohl vor einigen Jahren der sich inzwischen im Ruhestand befindliche Forstdirektor Klarhauser ein vom Luchs gerissenes Damwild mit dem Luchs-Experten Manfred Wölfl ganz in der Nähe der Wanderpension Heidi in Augenschein nahm, habe ich selbst noch nie eine Luchsspur zu Gesicht bekommen, obwohl ich sehr häufig mit den Schneeschuhen in den Wäldern um unsere Pension in Zwiesel unterwegs bin.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass mich der Luchs, der im Bereich Hennekobel (Zwiesels Hausberg) unterwegs ist, gut kennt.
Meine Erfahrung ist, er wird einfach nicht gesehen bzw. bemerkt.
Die Luchsspur im Schnee wäre übrigens einfach von einer Hundespur zu unterscheiden, da der Luchs als Katzenart seine Krallen einzieht, was Hunde allgemein nicht tun.
Der Lux geht übrigens wie der Fuchs auf die Pirsch, indem er seine Spur wie an einer Schnur gerade gezogen im Schnee hinterlässt. Das das nennt man im Fachjargon: er "schnürt".
Als Schnüren bezeichnet man den schneller Trab, bei dem der Fuchs die Pfoten so setzt, dass die linke Hinterpfote in den Abdruck der rechten Vorderpfote tritt und umgekehrt. Damit ergibt sich eine Spur, bei der die Abdrücke wie an einer Schnur gerade gezogen sind.