Glashütten im Bayerischen Wald

Auf den Spuren der Glasmacher

Im Bergdorf Rabenstein unterm Hennenkobel - bei Zwiesel wurde die erste Glashütte (Paterlofen) im Bayerischen Wald betrieben. Das lag sicher auch daran, dass unweit des Dorfes ein Quarzbruch betrieben wurde. Zu jener Zeit waren arbeiteten Glasbläser in Wanderhütten. Das bedeutet, wenn der Wald in der näheren Umgebung der Hütte verbraucht war, wurde diese abgeschlagen und an einen anderen Ort versetzt.

Chronologie:

  • Erste urkundliche Erwähnung des Glashüttengutes Rabenstein 1421
  • Die Althütte brannte 1822 nieder
  • Die Schachtenbacher Hütte bestand von 1822 bis 1865
  • Umzug nach Regenhütte 1750, die dortige Glashütte wurde 2009 aufgelassen.

Ehemalige Glashütte Schachtenbach

Der ehemalige Glashüttenstandort Schachtenbach
Der ehemalige Glashüttenstandort
Schachtenbach

Früher war Schachtenbach der Standort einer der beliebtesten Glashütten, dann gab es dort ein Forsthaus. Heute ist das ehemalige Forsthaus ein Feriendomizil.

In den gut 40 Jahren ihres Bestehens bis 1865 hatte die Glashütte einen besonderen Ruf und beschäftigte zeitweise bis zu 100 Arbeiter. Der Förster, der anschließend in dem romantischen Holzhaus stationiert und zu Hause war, wie auch die verbliebenen Bewohner des Weilers flüchteten in den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts vor den schneereichen Wintern in tiefere Lagen.

Das Bein-Glas - so nannte man das dort hergestellte, nicht transparente Milchglas auf Grund der Beimischung von Knochenasche (Spodium) - aus Schachtenbach ist noch heute bei Sammlern hoch geschätzt.

Gegenwärtig ist Schachtenbach zwar unbewohnt, aber als beliebtes Ausflugsziel zugleich Ausgangspunkt für Höhenwanderungen im Bayerischen Wald.

Vielleicht macht Ihnen die Wanderkarte ja Appetit:
Übersicht
Detail

 

Beschreibung der Wanderung auf den Spuren der Glasmacher

Über einen der schönsten Pfade im Bayerischen Wald geht es auf den Zwieseler Hausberg Hennenkobel, bei Föhn mit Alpenblick (Wilder Kaiser, Zugspitze, Dachstein).
Richtung ehemaligem Quarzbruch führt der Weg nun am beeindruckenden Kreuzweg (Glasbilder) und dem Naturschutzgebiet Kiesau vorbei. Am Quarzbruch kann an mehreren Infotafeln dessen Werdegang nachvollzogen werden. Sie finden dort auch Informatives über die abgebauten Mineralien. Auf dem Gläsernen Steig Richtung Schachtenbach sind für den aufmerksamen Wanderer am Wegesrand noch Quarze zu finden.

Das wunderschön gelegene Schachtenbach, das bis vor kurzem noch als Forsthaus diente und heute als Feriendomizil verpachtet ist, mit seinem kleinen Weiher, der Trinkquelle, Tischen und Bänken lädt es zu einer Rast ein. Der Rückweg über Althütte geht recht flott und wir erreichen über den Kneippweg bald wieder die Wanderpension Heidi.

In der der richtigen Jahreszeit und bei entsprechender Witterung kann der Rückweg allerdings länger dauern, da am Wegesrand oft stattliche Steinpilze stehen.

Besonderheit: Wenn möglich, gehe ich diese Tour auf nicht ausgeschilderten vergessenen Pfaden.

Streckenlänge: 12 km

Höhenunterschied: 300 m

Dauer: 4-5 Std.

Wichtig: Fotoapparat

Weiterwirken der Glasmacher-Tradition

Neben Besucher-Glashütten hat sich im Bayerischen Wald und vor allem in und um Zwiesel die Glasmacherkunst erhalten. Ein Beispiel dafür ist der Glasbläser, Graveur und Glasmaler Wolfgang Schmid in Zwiesel.

An dieses nicht ganz vergangene Handwerk erinnert auch der an der Wanderpension Heidi vorbeiführende Wanderweg "Gläserner Steig".

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